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deutsche Proletariat in die nationalsozialistische Revolution. Das war ein
dialektisches (Anm.: widersprüchliches) Faktum.
Aber trotz aller Voraussetzung und Begründung hätte die nationalsozialistische
Revolution niemals siegen können. Es fehlte ihr dazu mehr. Es war nötig, daß
auf Grund von Anweisungen die Trotzkisten und Sozialisten die Massen
spalteten, die ein waches und intaktes Klassenbewußtsein hatten. Schon dabei
haben wir eingegriffen. Aber es war noch mehr nötig. Im Jahre 1929, als die
Nationalsozialistische Partei an ihrer Wachstumskrise litt und ihr die Geldmittel
ausgingen, sandten "Jene" ihm einen Botschafter; ich kenne sogar seinen
Namen, es war ein Warburg. In unmittelbaren Verhandlungen mit Hitler einigte
man sich über die Finanzierung der Nationalsozialistischen Partei, und Hitler
bekommt in ein paar Jahren Millionen von Dollars, die Wallstreet sendet, und
Millionen von Mark, diese durch Schacht; die Erhaltung von SA und SS und die
Finanzierung der folgenden Wahlen, die Hitler die Macht bringen, geschieht mit
Dollars und Mark, die "Jene" schicken.» (Griffin, S. 305f)
Auf eine entsprechende Rückfrage des perplexen Kuzmin, der nur mühsam die
Fassung wahrte und sich immer noch ungläubig stellte, als seien Rakowskijs
Geständnisse Fabeleien, präzisierte Rakowskij: «Wenn es auch stimmt, daß
"Jene" ihn (Anm.: Hitler) finanziert haben, so haben sie doch weder ihre
Existenz noch ihr Ziel entdeckt. Der Abgesandte Warburg kam zu ihm mit
falschem Namen, es scheint nicht einmal, als ob Hitler seine
Rassenzugehörigkeit (Anm.: die Warburgs waren Juden!) erraten habe;
außerdem log er über diejenigen, die er vertrat. Er sagte, er sei von einer
Finanzgruppe der Wallstreet abgesandt, die daran interessiert sei, die
nationalsozialistische Bewegung als eine Drohung gegen Frankreich zu
finanzieren, dessen Regierung eine Finanzpolltik verfolge, die die
Wirtschaftskrise in den USA hervorrufe.» Kuzmin fragte interessiert: «Und
glaubte Hitler das denn?» «Das», antwortete Rakowskij, «wissen wir nicht. Es
kam auch nicht darauf an, daß er die Gründe glaubte, unser Ziel war, daß er
triumphieren sollte, ohne ihm irgendeine Bedingung aufzuerlegen. Das
wirkliche Ziel, unser Ziel, war, den Krieg zu provozieren - und Hitler war der
Krieg, begreifen Sie?» (Griffin, S. 307f) Nach Müller (1982, S. 181) ließ die
internationale Hochfinanz Hitler rund 200 Millionen Reichsmark zukommen,
wovon mehr als drei Fünftel durch Warburg von der New Yorker Wallstreet
vermittelt wurden, nämlich 128 Millionen Reichsmark! Laut «Nation Europa»
Nr. 2/1984, S. 21 soll diese Information auf bereits 1933 aufgetauchten, aber
nachweislich gefälschten Dokumenten beruhen. Ganz so falsch kann sie aber
nicht sein, jedenfalls nicht, was die Rolle des Bankhauses Warburg angeht; die
wird von Rakowskij bekräftigt, der allerdings nicht die Höhe der vermittelten
Summen nennt.