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jüdischer Geldwechsler und Goldschmied namens Moses Amchel Bauer nieder.
Sein hochintelligenter Sohn Mayer Amchel Bauer wurde beim jüdischen
Bankhaus Oppenheimer angestellt und avancierte aufgrund seiner
herausragenden Geschäftstüchtigkeit schnell zum Teilhaber. Über dem 1750
eingerichteten Kontor in der Judengasse hatte sein inzwischen verstorbener
Vater einst ein großes rotes Schild angebracht. Mayer Amchel Bauer kaufte nun
das nach dem Tod des Vaters veräußerte Geschäft wieder zurück. «Das große
rote Schild hing noch immer darüber. Die wahre Bedeutung des roten Schildes
(sein Vater hatte es zu seinem Wappen aufgrund der roten Flagge erhoben, die
das Siegeszeichen für die revolutionsbewußten Juden in Osteuropa war)
erkennend, änderte Mayer Amchel Bauer seinen Namen um in Rothschild: auf
diese Weise wurde das Haus Rothschild gegründet.» (Griffin 1986, S. 73f) Um
Mißverständnissen vorzubeugen: schon vorher gab es Juden, die sich vielleicht
aus ganz ähnlichen Gründen - für den Namen Rothschild entschieden hatten, so
beispielsweise jener Rothschild, der bereits 1723 Mitglied einer Londoner Loge
war (s.o.); auch heute gibt es allein in Deutschland hunderte von Personen, die
den Namen Rothschild führen und doch in den meisten Fällen mit der uns allein
interessierenden weltbekannten Großbankiers- und Rohstoffmagnaten-Dynastie
überhaupt nichts zu tun haben. - Der erste Rothschild eröffnete später mithilfe
einer großen Summe auf zweifelhafte Weise von Wilhelm von Hanau
erworbenen Geldes eine eigene Bank; seine nicht weniger geschäftstüchtigen, ja
skrupellosen fünf Söhne erweiterten diese Bank bereits um die Wende zum 19.
Jahrhundert zu einem einzig dastehenden europäischen Finanzimperium, indem
sie Auslandsfilialen gründeten und sich auf die außerordentlich
gewinnträchtige Finanzierung der napoleonischen
und
aller nachfol
genden Kriege verlegten. Ihre «marktbeherrschende» Stellung erlaubte es ihnen
schon bald, die jeweiligen kriegsführenden Parteien zu ihren eigenen Gunsten
gegeneinander auszuspielen bzw. zu erpressen. Doch die Einzelheiten dieser
Geschichte sind bei Griffin und anderswo nachzulesen.
Ohne eine schriftliche Quelle für diese Behauptung anzugeben, schreibt Griffin:
«Wie der ehemalige Commandeur William Guy Carr, Nachrichtenoffizier in der
Königlich Kanadischen Marine, der weltweit über ausgezeichnete Verbindungen
mit Nachrichtendiensten verfügte, berichtet, entwarf der Begründer des Hauses
Rothschild die Pläne zur Gründung der Illuminaten und beauftragte
anschließend Adam Weishaupt mit deren Aufbau und Weiterentwicklung. »
(Griffin 1986, S. 75) Es ist durchaus möglich, daß hinter dem von Rakowskij
genannten Mendelsohn (Griffin kannte Rakowskijs Aussagen noch nicht, als er
die erste amerikanische Ausgabe von «Wer regiert die Welt?» schrieb; vgl.
Griffin 1980, S. 273) als «Anstifter» Weishaupts in Wirklichkeit der erste
Rothschild steckte, das stünde in schönster Übereinstimmung mit der
jahrhundertelang - bis auf den heutigen Tag beibehaltenen Taktik des Hauses
Rothschild, möglichst alle «Geschäfte» durch Strohmänner erledigen zu lassen
und selbst nicht in Erscheinung zu treten. Aber sei dem, wie es sei, unbestritten
