Rakowski Protokoll.pdf


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Kuz.: Genau gesagt, von diesem unerreichbaren Trotzkismus, wenn
wir ihn so nennen wollen.
Rak.: Vom Trotzkismus, auf den Sie anspielen, kann ich nicht
bevollmächtigt sein; er hat mir seine Vertretung nicht übertragen, und
ich habe sie mir nicht genommen. Sie haben sie mir gegeben.
Kuz.: Ich fange an zu vertrauen. Ich notiere zu Ihren Gunsten, daß, als
ich auf den Trotzkismus anspielte, Sie seine Existenz nicht bestritten
haben. Das ist ein guter Anfang.
Rak.: Wie sollte ich es bestreiten? Ich war es ja, der ihn erwähnt hat.
Kuz.: Nachdem wir das Bestehen eines sehr besonderen Trotzkismus
durch gegenseitiges Übereinkommen anerkannt haben, wünsche ich,
daß Sie mir einige Hinweise geben, um die angeführten
Übereinstimmungen auszuwerten.
Rak.: In der Tat, ich kann hinweisen auf das, was mir zur Sache zu
gehören scheint, ohne versichern zu können, daß das immer genau der
Gedankengang von "Jenen" ist.
Kuz.: So habe ich es also zu erwägen.
Rak.: Wir sind darin einig geworden, daß für jetzt die Opposition an
Niederlagen oder dem Sturz von Stalin nicht interessiert sein kann,
denn wir haben nicht die physische Möglichkeit, ihn zu ersetzen.
Darin stimmen wir beide überein. Nun aber eine unbestrittene
Tatsache: Der potentielle Angreifer besteht. Da ist dieser große
Nihilist Hitler, der die gefährliche Pistole der Wehrmacht gegen den
ganzen Horizont richtet. Mit oder ohne unser Zutun - wird er gegen
die Sowjetunion das Feuer eröffnen? Lassen Sie uns übereinkommen,
daß das für uns die entscheidende Unbekannte ist. Halten Sie das
Problem für richtig gestellt?
Kuz.: Es ist richtig gestellt. Jedoch für mich gibt es dabei keine
entscheidende Unbekannte. Ich halte den Angriff Hitlers auf die
Sowjetunion für unbedingt sicher.