Rakowski Protokoll.pdf


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ist es nur eine theoretische Alternative. Stalin wird sich gezwungen
sehen, wenn er überleben will, den von mir vorgeschlagenen Plan
durchzuführen, sobald er von "Jenen" gebilligt ist.
Kuz.: Und wenn er Nein sagt?
Rak.: Das wird unmöglich sein. Die deutsche Ausdehnung und
Aufrüstung werden weitergehen. Wenn Stalin sich ihr gegenüber
sieht, riesig, bedrohlich - was soll er dann machen? Sein eigener
Selbsterhaltungssinn wird ihm das sagen!
Kuz.: Es scheint, daß die Ereignisse sich nach der von "Jenen"
entworfenen Planung abwickeln müssen.
Rak.: Und so ist es. Natürlich in der Sowjetunion ist es heute noch
nicht so, aber früh oder spät wird es sich ereignen. Es ist nicht schwer,
vorauszusagen und zur Durchführung zu bringen, wenn etwas
demjenigen paßt, der es durchführen soll, in diesem Falle Stalin, den
ich nicht für einen Selbstmordkandidaten halte ... Es ist viel schwerer
vorauszusagen oder die Durchführung jemand aufzuerlegen, dem es
nicht paßt, also in diesem Falle den Demokratien. Ich habe es für
diesen Augenblick mir aufgehoben, die wirkliche Lage zu
konkretisieren. Aber lösen Sie sich von dem Gedanken, daß Sie in der
gegebenen Lage Schiedsrichter seien - Schiedsrichter sind "Jene".
Kuz.: Immer wieder "Jene"! Müssen wir mit Gespenstern umgehen?
Rak.: Sind Tatsachen Gespenster? Die internationale Lage wird voll
Wunder, aber nicht gespenstisch sein; sie ist real und recht real. Es
gibt kein Zauberstück, dort wird nämlich die zukünftige Politik
bestimmt. Halten Sie das für das Werk von Gespenstern?
Kuz.: Wir wollen sehen. Nehmen wir also an, Ihr Plan würde
angenommen. Etwas Greifbares, Persönliches müßten wir kennen, um
zu verhandeln.
Rak.: Zum Beispiel?