Rakowski Protokoll.pdf

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Rak.: Im Augenblick nicht mehr. Das ist schon eine große
diplomatische Aufgabe.
Kuz.: Offen gesagt, bei den heute im Kreml herrschenden
Gedankengängen glaube ich nicht, daß gegenwärtig irgendjemand
wagen wird, eine so radikale Wendung in der internationalen Politik
anzuraten. Ich fordere Sie auf, Rakowskij, sich doch einmal im Geiste
in den entscheidenden Mann im Kreml zu versetzen. Nur mit Ihren
Enthüllungen, Ihren Gründen, Ihren Hypothesen und Anregungen - da
werden Sie mir zugeben, daß sich niemand überzeugen lassen kann.
Ich selbst, der ich Sie gehört habe und - ich darf das nicht leugnen einen starken Eindruck von Ihren Worten und Ihrer Person bekommen
habe, habe mich doch nicht einen Augenblick versucht gefühlt,
praktisch einen Vertrag zwischen der Sowjetunion und Deutschland
ins Auge zu fassen.
Rak.: Die
internationalen
Ereignisse
unwiderstehlicher Gewalt zwingen.
werden
dazu
mit
Kuz.: Aber das hieße wertvolle Zeit verlieren. Sprechen Sie über
etwas Greifbares, was ich als Beweis für die Glaubhaftigkeit vorlegen
kann. Sonst getraue ich mich nicht, den Bericht über unsere
Unterhaltung nach oben durchzugeben; ich werde ihn mit aller
Wortgetreulichkeit abfassen, aber er wird in einem Archiv des Kreml
schlummern.
Rak.: Würde es genügen, damit Sie ihn in Betracht ziehen, daß
jemand, auch unamtlich, mit einer wichtigen Persönlichkeit spricht?
Kuz.: Das wäre, wie ich glaube, etwas Greifbares.
Rak.: Aber, mit wem?
Kuz.: Das ist meine persönliche Meinung, Rakowskij, Sie haben von
konkreten Personen gesprochen, von großen Finanzmännern, wenn
ich mich richtig erinnere, haben Sie einen gewissen Schiff angeführt,
auch einen anderen, der als Verbindungsmann zu Hitler bei dessen
