Rakowski Protokoll.pdf


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Kuz.: Zugesagt. Sie sagen also, daß "Jene" den vom kapitalistischen
Gesichtspunkt logischen Krieg zwischen Deutschland und der
Sowjetunion hindern und hindern werden? Lege ich das richtig aus?
Rak.: Völlig richtig.
Kuz.: Aber die gegenwärtige Lage ist, daß sie die deutsche
Ausdehnung und Wiederbewaffnung gestatten. Das ist eine Tatsache.
Ich weiß schon, daß, nach Ihrer Auffassung, der heute durch die"
Reinigungen" gescheiterte trotzkistische Plan der Beweggrund dafür
war, - insofern schon ohne Ziel! Gegenüber der neuen Lage regen Sie
lediglich an, daß Hitler und Stalin einen Pakt schließen und sich Polen
teilen sollen. Und ich frage Sie: was garantiert uns, daß mit und ohne
Pakt, mit und ohne Teilung Polens, Hitler die Sowjetunion nicht
angreifen wird?
Rak.: Da gibt es keine Garantie.

Kuz.: Warum also weitersprechen?
Rak.: Überstürzen Sie sich nicht; die furchtbare Drohung gegen die
Sowjetunion ist praktisch und real. Es ist keine Hypothese oder
Drohung mit Worten. Es ist eine Tatsache, eine zwingende Tatsache.
"Jene" haben schon eine Überlegenheit über Stalin, die sie nicht
aufgeben dürfen. Stalin bietet sich nur eine Alternative, eine Option,
keine volle Freiheit. Hitlers Angriff rollt ganz von selbst an, "Jene"
brauchen nichts zu tun, um ihn hervorzurufen, brauchen ihn nur
handeln zu lassen. Das ist die entscheidende Grundtatsache, die Sie in
Ihrer sehr vom Kreml geprägten Denkweise vergessen haben . . .
Umdenken, mein Herr, umdenken!
Kuz.: Welche Option?
Rak.: Ich werde es noch einmal definieren: entweder wird Stalin
zertreten oder er führt den Plan durch, wie ich ihn gezeichnet habe,
damit sich die europäischen kapitalistischen Staaten gegenseitig
vernichten. Ich habe das eine Alternative genannt, aber, wie Sie sehen,