Rakowski Protokoll.pdf


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nur auf die wenigen Kräfte beschränken wird, die für den Einmarsch
in Polen nötig sein werden, was in der Tat wenig Truppen erfordert.
Unsere wirkliche Disposition müßte dahin gehen, daß er seine
verfügbaren Massen zur Abschlagung eines angenommenen
englisch-französischen Angriffes festlegt. Stalin müßte großzügig sein
in den Lieferungen, um die Hitler ersucht, besonders was das Erdöl
betrifft. Das ist es, was mir so im Augenblick in den Kopf kommt. Es
werden tausend ähnliche Fragen sich erheben, alle der gleichen Art,
die so gelöst werden müssen, daß sie Hitler die Sicherheit geben, daß
wir nur unseren Teil von Polen nehmen wollen. Und weil es in der
Praxis so gemacht werden wird, wird Hitler mit der Wahrheit
getäuscht werden.
Kuz.: Aber, in diesem Fall - wo soll da die Täuschung liegen?
Rak.: Ich lasse Ihnen einige Augenblicke, damit Sie selber entdecken,
wo Hitlers Täuschung sich finden läßt. Vorher aber möchte ich
betonen, und Sie müssen es notieren, daß ich bis zu diesem
Augenblick einen logischen, normalen Plan entworfen habe, durch
den man dazu kommen kann, daß sich die kapitalistischen Staaten
gegenseitig zerstören, indem man ihre beiden Flügel den
faschistischen gegen den bürgerlichen, aufeinander stoßen läßt. Aber,
ich wiederhole, mein Plan ist logisch und normal. Wie Sie gesehen
haben, kommen weder mysteriöse noch irgendwie fremdartige
Faktoren dabei ins Spiel. Mit einem Wort, "Jene" greifen nicht ein,
damit seine Durchführung möglich wird. Und doch glaube ich Ihren
Gedanken zu erraten - Sie denken in diesem Augenblick, daß es
dumm war, die Zeit damit zu vertrödeln, die unbeweisbare Existenz
und die Macht von "Jenen" nachweisen zu wollen ... Nicht wahr?
Kuz.: Das stimmt.
Rak.: Seien Sie offen zu mir. Sehen Sie ihr Eingreifen wirklich nicht!?
Ich sage Ihnen zu Ihrer Hilfe, daß ihr Eingreifen existiert und
entscheidend ist. Auch wenn die Logik und Natürlichkeit des Planes
reiner Schein ist. Erkennen Sie "Jene" denn wirklich nicht?
Kuz.: Offen gesagt, nein!