Rakowski Protokoll.pdf


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Menschen, Organisationen und Tatsachen ausgeführt haben. Aber,
legen Sie schon die Generallinien Ihres Planes dar.
Rak.: Ja, jetzt ja. Der Augenblick ist nun gekommen. Nur einen
Vorbehalt: ich spreche unter meiner eigenen Verantwortung. Ich
nehme die Verantwortung für die Auslegung der drei vorhergehenden
Punkte als Gedanken von "Jenen" auf mich, aber gebe zu, daß "Jene"
zur Erreichung der drei Zwecke einen teilweise völlig verschiedenen
Plan für wirksamer halten können, als denjenigen, den ich nahelege.
Stellen Sie das bitte in Rechnung.

Kuz.: Das tue ich. Sprechen Sie nur.
Rak.: Fassen wir es ganz einfach. Da für die deutsche Militärmacht
nicht mehr das gleiche Ziel besteht, für das sie geschaffen wurde,
nämlich uns, der Opposition, die Macht in der Sowjetunion zu
verschaffen, müssen wir eine Umstellung der Fronten erreichen, den
Angriff Hitlers von Osten nach Westen wenden.
Kuz.: Ausgezeichnet! Haben Sie an einen Plan zur praktischen
Verwirklichung gedacht?
Rak.: Ich hatte genug Zeit dafür in Lubjanka. Ich habe nachgedacht.
Sehen Sie: Wenn es ursprünglich so schwierig war, einen Punkt der
Übereinstimmung zwischen uns beiden zu finden und sich dann doch
alles ganz natürlich abwickelte, so beschränkt sich nun das Problem
darauf, irgend etwas zu finden, in dem auch Stalin und Hitler
übereinstimmen.
Kuz.: Ja, aber Sie werden zugeben, daß selbst das schon ein Problem
ist.
Rak.: Aber kein so unlösbares, wie Sie glauben. In Wirklichkeit gibt
es nur dann unlösbare Probleme, wenn sie einen subjektiven
dialektischen Widerspruch einschließen. Hitler und Stalin aber können
übereinstimmen, denn bei aller Verschiedenheit sind sie in ihrer
Wurzel identisch; mag Hitler in pathologischem Grade ein