Rakowski Protokoll.pdf

Vista previa de texto
hatte die erfolgreiche Eroberung des italienischen Festlands durch die Alliierten
begonnen. Nun wäre es «taktisch logisch gewesen», stellt Griffin fest, «von
Italien aus einen entscheidenden Vorstoß in das Herz des Hitlerreiches zu
machen. Die Entscheidung, eine derartige Offensive zu unterlassen, war
politischer Natur, nicht militärischer.» (Griffin 1986, S. 183) Es ging darum, der
nur sehr langsam gegen die Deutschen vorankommenden Roten Armee
genügend Zeit zu lassen, um auf dem ganzen Balkan westwärts und in
Deutschland bis nach Berlin vorzurücken. Deshalb wurde auf amerikanische
Initiative - gegen den Willen Churchills, der scheinbar trotz seiner notorischen
Logenmitgliedschaft nicht völlig eingeweiht war - oder aber für die
Öffentlichkeit den Widerpart zu spielen hatte? - eine Offensive in Frankreich
beschlossen, die militärisch unklug war und «den Krieg um viele Monate
verlängert» hat (ebd.).
Um ihr diabolisches Unternehmen der Bolschewisierung ganz Osteuropas unter
Dach und Fach zu bringen, beförderten die Wissenden einen der Ihrigen auf den
Posten des alliierten Oberbefehlshabers in Europa, Dwight D. Eisenhower.
«Was war das "Geheimnis" hinter der Tatsache, daß Eisenhower über die Köpfe
von wenigstens 50 seiner Dienstältesten hinweggeschoben und auf das oberste
Kommando der alliierten Streitkräfte in Europa gestellt wurde, insbesondere
angesichts der Tatsache, daß er keine Kampferfahrung beziehungsweise keine
Erfahrung im Umgang mit einer großen Truppenzahl im Feld hatte? Diese Frage
wurde einige Jahre später beantwortet, als Eisenhower Präsident geworden war.
Zu dieser Zeit unterbrach er einen seiner zahlreichen Urlaube, um einen Park in
New York einzuweihen, den Bernhard Baruch zu Ehren seines Vaters angelegt
hatte. In seiner Rede machte Eisenhower ein beachtenswertes Geständnis: "Vor
25 Jahren, als ein junger und unbekannter Major, habe ich den klügsten Schritt
meines Lebens getan - ich habe Mr. Baruch konsultiert."» (S. 184)
Eisenhower sorgte auftragsgemäß dafür, daß die Absichten anderer nicht
eingeweihter Armeeführer der Alliierten nicht realisiert wurden. So wurde
General Montgomery mit seinem Vorschlag, schon Ende 1944 einen geballten
Angriff auf Berlin zu unternehmen, mit fadenscheinigen Vorwänden
abgewiesen. Statt dessen geschah folgendes: «Angeheizt von amerikanischen
Hilfeleistungen in Milliardenhöhe konnte die Rote Armee langsam die
Deutschen entlang der Ostfront zurückdrängen, die sich über 1000 Kilometer
von den Karpaten bis zur Ostsee erstreckte. Da die amerikanische Armee in
Norditalien unter dem strikten Befehl von Marshall und Eisenhower zum
Stillhalten gezwungen war, mußten sich die Alliierten die Zeit vertreiben, bis sie
Europa im Sturm nehmen konnten. ... In den folgenden Monaten rückten die
alliierten Streitkräfte auf Anweisung von Eisenhower ganz gemütlich auf einer
weit auseinander gezogenen Front gegen Deutschland vor. An der Ostfront
marschierte die Rote Armee 1944 in Ostpolen ein. Rumänien, Finnland und
Bulgarien ergaben sich den Sowjets im August und September. Anfang 1945
