Rakowski Protokoll.pdf

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fragen, ob man es hier mit reiner Dummheit oder hundsföttischer Gesinnung
oder beidem zu tun hat. Der Versailler Vertrag mußte gebrochen werden, eben
weil es kein Vertrag war.»
Die Deutschland auferlegten «Reparationsleistungen» waren absolut
überzogen-, weder entsprachen sie dem, was in den alliierten Nationen zu
«reparieren» war, noch dem, was das deutsche Volk nach dem zerstörerischen
Krieg wirtschaftlich auch nur annähernd hätte aufbringen können. «Der
endgültige "Vertrag", den man mit stillschweigendem Einverständnis der
internationalen Bankers geschlossen hatte, ist von vielen Beobachtern als
grausame Farce erkannt worden. Philip Snowden, der später ein Mitglied des
englischen Parlaments war, hat eine zutreffende Bewertung geliefert: "Der
Vertrag dürfte Briganten, Imperialisten und Militaristen zufriedenstellen. Er ist
ein Todesstoß für alle diejenigen, die gehofft hatten, das Ende des Krieges
werde den Frieden bringen. Es ist kein Friedensvertrag, sondern eine Erklärung
für einen weiteren Krieg."» (Griffin 1986, S. 131)
Als die Deutschen sehr schnell in definitiven Zahlungsverzug gerieten, der ja
von vorneherein abzusehen gewesen war, trat der «Dawes-Plan», nach dessen
"Scheitern" der «Young-Plan» in Kraft. Sowohl Dawes als auch Young waren
Agenten von J.P. Morgan, einem der einflußreichsten Rothschild-Bankiers in
den USA neben Jacob Schiff und Bernard Baruch, und ihre «Pläne» dienten dem
doppelten Zweck, die Rothschildbanken zu bereichern und Deutschland die für
den geplanten zweiten Weltkrieg erforderliche Wiederaufrüstung zu
ermöglichen. Das System hat der Insider Caroll Quigley am Beispiel des
Dawes-Plans illustriert: «Mit Hilfe dieser amerikanischen Kredite wurde die
deutsche Industrie weitgehend mit den neuesten technischen Einrichtungen
ausgerüstet. Mit diesen amerikanischen Krediten konnte Deutschland seine
Industrie wieder aufbauen und sie mit Abstand zur zweitbesten der Welt
entwickeln. Damit konnten Wohlstand und Lebensstandard beibehalten werden,
trotz Niederlage und Reparationen, und die Reparationen bezahlt werden, ohne
die Übel eines defizitären Haushaltes und einer negativen Handelsbilanz. Mit
Hilfe dieser Kredite konnten die deutschen Schuldner ihre Kriegsschuld an
England und die USA zurückzahlen, ohne Waren und Dienstleistungen zu
exportieren. Devisen, die in Form von Krediten an Deutschland gingen, flossen
an Italien, Belgien, Frankreich und England in Form von Reparationen zurück
sowie schließlich an die Vereinigten Staaten in Form von Rückzahlung der
Kriegsschulden. Was allein an diesem System schlecht war, war, daß es
einfallen würde, sobald die Vereinigten Staaten kein Geld mehr liehen, und
zweitens, daß in der Zwischenzeit die Schulden lediglich von einem Konto auf
ein anderes verschoben wurden und niemand der Zahlungsfähigkeit auch nur
einen Schritt näher kam. In der Zeit von 1924 bis 1931 bezahlte Deutschland
10,5 Milliarden Mark an Reparationen, borgte sich aber insgesamt 18,6
Milliarden Mark. Somit war rein gar nichts gelöst, aber die internationalen
