Rakowski Protokoll.pdf

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einließ. Deshalb schuf er seine Theorie vom «Sozialismus in einem Land».
Stalin kein Eingeweihter wie Lenin und Trotzki, aber ein äußerst schlauer und
brutaler Machtmensch -, der den den Geheimen Oberen gehorsamen Trotzki
nach Lenins Tod ausschalten konnte und alle Trotzkisten sofort unerbittlich
verfolgen und ausrotten ließ, folgte dieser Linie. Beiden Diktatoren
(«Bonapartisten» nannte Rakowskij sie verächtlich) mußte daran liegen, jede
«trotzkistische» Verschwörung gegen ihre Person zu unterbinden. Da sie das
verschwörerische Potential der Freimaurerei - zumindest im Fall Lenins, der
nach M. Adler (Die antichristliche Revolution der Freimaurerei, 3. Aufl.
Jestetten 1983, S. 47) Freimaurer im 33. Grad war - aus eigener Erfahrung
kannten und mithin fürchten mußten, gab es für sie Grund genug, gegen die
Freimaurerei vorzugehen. Allerdings war Lenin darin nicht konsequent genug;
er glaubte, Trotzki und dessen Genossen unter Kontrolle zu haben, die ihn aber nach Rakowskijs Eingeständnis - allmählich vergifteten (vgl. Griffin 1980, S.
302f). Stalin hingegen dezimierte die Trotzkisten, also die Führung der
tatsächlich im Auftrag der Geheimen Oberen gegen ihn konspirierenden Logen
(auch Trotzki selber war, wie Lenin und Rakowskij, Freimaurer im 33. Grad;
vgl. Adler 1983 a.a.O.), so sehr, daß nicht mehr viel davon übrig blieb. Dennoch
ist die Verbindung zwischen den Rockefellers und Rothschilds auf der einen und
ihren kommunistischen Statthaltern auf der anderen Seite nie ganz abgerissen,
vielmehr in der letzten Zeit wieder enger geknüpft worden als je zuvor. Doch
dazu später (siehe Band 2!) mehr.
Der ehemalige französische Großmeister Jacques Mitterand (zit. n. Ploncard
d'Assac 1989, S. 148) hat den Zusammenhang von (illuminierter) Freimaurerei
und Kommunismus auf den Punkt gebracht: «Auf Weltebene schenkte ein
Freimaurer - Rouget de l'Isle - allen Völkern die Marseillaise (sc. das
Kampf-Lied der Französischen Revolution, heute die französische
Nationalhymne!) gegen alle Tyrannen und der Freimaurer Eugéne Potier allen
Proletariern die Internationale.»«Gegen alle kapitalistischen Ausbeuter», hätte
er um der Satz Symmetrie willen noch hinzufügen müssen, aber dieser Zusatz ist
unterblieben - Mitterand selbst wird am besten wissen, warum!
R. Prantner, der die weltpolitischen Aktivitäten der Logen nur in knappster
Form streift, spricht immerhin von einem «auf gewissen Sektoren der Politik
und Kultur tatsächlich bestehende(n) Zusammenspiel von Freimaurerei und
totalitärem Sozialismus», also Sowjetkommunismus, rotchinesischem
Kommunismus etc. Und er fährt fort: «Die Kooperation führender
Repräsentanten europäischer Logen mit den Institutionen des demokratischen
Sozialismus, wie etwa in Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland. der
Republik Österreich, in Schweden, Norwegen, Dänemark, aber auch in Italien,
Spanien und Portugal kommt am sinnfälligsten durch die Logenzugehörigkeit
führender sozialdemokratischer Staatsmänner, Politiker, Medienmachthaber,
