Rakowski Protokoll.pdf

Vista previa de texto
Rakowski war nämlich Trotzkist geblieben, was ihm letztendlich auch zum
Verhängnis wurde
Der sowjetische prominente Rakowski wurde von dem ebenfalls prominenten
GPU-Vernehmungsoffizier Kuzmin nun nach allen Regeln dieses berüchtigten
Dserschinski-Hauses abgeschöpft und Kuzmin, der bei Stalin im Kreml Zugang
hatte, versprach ihm bei kooperativem Verhalten zu versuchen, seinen Kopf zu
retten. In diesem Bestreben bestärkt, versuchte Rakowski nun, angesichts der
sich durch die Einkreisungspolitik der Westmächte gegen Deutschland mehr und
mehr verschärfenden Lage, sich dadurch aus der Schlinge zu ziehen, daß er dem
Kreml die Kriegsplanungsvorstellungen der Westmächte gegen das Deutsche
Reich zu Protokoll gab.
In dem Schauprozeß 1938 wurde Rakowski zusammen mit Kral Radek und
anderen Sowjetgrößen zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er war zu diesem Zeitpunkt
66 Jahre alt. Stalin schonte zunächst sein Leben, und das wohl nur wegen des
großen Sachwissens dieses Genies, das zu nutzen Stalin vielleicht noch gehofft
haben mochte. Doch kam es anders; als die Deutsche Wehrmacht im Sommer
1941 sich dem Ort der Haftverwahrung Rakowskis näherte, erhielt Rakowski
mit vielen anderen Sowjetprominenten den Genickschuß. Bevor der
GPU-Gefängnisarzt Landowski die Flucht ergriff, nahm er die brisanten Papiere
des Toten an sich und als er fiel, kamen sie in spanische Hand und damit endlich
nach vielen Irrwegen und Unterdrückungen in die Öffentlichkeit.
Die Offenlegung der Kriegsplanung durch die wissenden und eingeweihten
überstaatlichen Hintergrundmächte der westlichen Kriegstreiberstaaten war
zunächst so verblüffend, daß man nicht wagen konnte, sie für bare Münze zu
nehmen und zunächst glaubte, es könne sich um Hirngespinste überkandidelter
Biertischstrategen handeln. Erst als man begann, sich auf die Suche in den
Spuren des Lebensweges des Rakowski zu machen und nach seinen
diplomatischen Korrespondenzen aus den 20er und 30er Jahren suchte und
fündig wurde, erkannte man die Brisanz seiner Aussagen vor Stalins GPUHäschern, die unter Fachleuten als Rakowski-Protokollgeführt werden.
Mauricio Carlavilla hat das Protokollarische Dokument 1950 in Madrid in der
Fassung "Sinfonia EN ROJO MAYOR" aus dem Russischen übersetzt.
Rakowskis tatsächlicher Lebensweg, bisher nicht bekannt, wird erst jetzt
offenbar
Dem toten Rakowski verdanken wir nun die Wahrheit über die Planung der
Westmächte zur Auslösung des Zweiten Weltkrieges. Einer seiner letzten Sätze
vor dem Tod waren seine Worte: "Eines Tages werden die Toten zu reden
beginnen." Und tatsächlich, Rakowski gibt als Toter preis, wie die Menschheit
