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Rak.: Weil Sie nicht wollen! Hinweise und Anhaltspunkte sind doch
reichlich da! Ich wiederhole noch einmal: Stalin ist für uns ein
Bonapartist, kein Kommunist.
Kuz.: Aber der Faschismus ist doch wesenhafter Antikommunismus,
sowohl gegen den stalinistischen als auch gegen den trotzkistischen
Kommunismus! Und wenn die Macht "Jener" so groß ist, warum
haben sie ihn nicht verhindert?
Rak.: Weil jene es waren, die Hitler triumphieren ließen.
Kuz.: Jetzt übertreffen Sie alle Rekorde an Absurdität.
Rak.: Das Absurde und das
bildungsmäßiger Unfähigkeit.

Wunderbare

verschmelzen

bei

Hören Sie mich: Ich habe schon das Scheitern der Opposition
anerkannt. "Jene" erkannten am Ende, daß Stalin durch einen
Staatsstreich nicht gestürzt werden konnte. Und ihre geschichtliche
Erfahrung diktierte ihnen eine andere Lösung. Mit Stalin dasselbe zu
machen wie einst mit dem Zaren. Eine Schwierigkeit bestand jedoch,
die uns unüberwindlich schien: Es gab in ganz Europa kein Land, das
die Invasion hätte durchführen können; keines besaß eine
entsprechende geographische Lage oder ein ausreichendes Heer für
einen Einmarsch in die Sowjetunion. Da es den Gegner nicht gab,
mußten "Jene" ihn schaffen. Nur Deutschland war bevölkerungsmäßig
und strategisch in der Lage, um in Sowjetrußland einzufallen und
Stalin Niederlagen zuzufügen. Aber, wie Sie verstehen werden, war
die Republik von Weimar nicht so angelegt, daß sie andere hätten
angreifen können, sondern so, daß andere sie angreifen konnten.
Und am Himmel des deutschen Hungers begann das flüchtige Gestirn
Hitlers zu erglänzen. Ein scharfsinniges Auge richtete sich darauf. Die
Welt hat seinen fulminanten Aufstieg bewundert. Ich will nicht sagen,
daß
das
alles
unser
Werk
gewesen
wäre.
Die
revolutionär-kommunistische Wirtschaft von Versailles führte ihm
immer größere Massen zu. Auch wenn sie nicht eingerichtet worden
wäre, um Hitlers Sieg herbeizuführen - die Voraussetzung, die