Rakowski Protokoll.pdf


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Kuz.: Die Bankiers? Sind Sie verrückt geworden?
Rak.: Ich nicht. Und Sie? Denken Sie einmal nach. Diese Männer sind
Männer wie Sie und ich. Daß sie Geld besitzen, daß sie Gläubiger
sind, kann nicht das Ende ihres Ehrgeizes darstellen. Wenn etwas in
den Männern im unmittelbaren Verhältnis zu seiner Befriedigung
wächst, so ist es der Ehrgeiz nach Macht. Warum sollten sie nicht den
Trieb zur Herrschaft, zur totalen Herrschaft empfinden, diese
Bankiers? Genauso wie Sie und ich.
Kuz.: Aber wenn sie schon, wie Sie glauben - und ich tue das auch schon die universelle Wirtschaftsmacht besitzen - was können sie sich
denn noch wünschen?
Rak.: Ich habe es schon gesagt: die totale Macht. Eine Macht wie
diejenige Stalins über die Sowjetunion, aber universal.

Kuz.: Eine Macht wie diejenige Stalins? Aber mit umgekehrtem Ziel.
Rak.: Die Macht, wenn sie in Wirklichkeit absolut ist, kann nur eine
sein. Der Gedanke des Absoluten schließt die Vielfalt aus. Insofern
müssen die Macht, welche die "Kapintern" und die, welche die
"Komintern" erstreben, um absolut und beide auf gleichem, nämlich
politischem Gebiet wirksam zu werden, eine identische Macht sein.
Absolute Macht ist Selbstzweck - oder sie ist nicht absolut. Und bis
heute hat man keine Maschine von totalerer Macht als den
kommunistischen Staat erfunden. Die bürgerlich-kapitalistische
Macht, auch in ihrem höchsten Grade, dem cäsarischen, ist eine
beschränkte Macht, denn als es sie theoretisch als Verkörperung der
Gottheit bei Pharaonen und Caesaren im Altertum gab, da war das
Wirtschaftsleben noch so primitiv und der technische Staatsapparat
noch so rückständig, daß immer noch ein freier Raum für den
Einzelmenschen verblieb. Begreifen Sie, daß diejenigen, die relativ
schon über Völker und Regierungen der Erde herrschen, nun auch
absolut herrschen wollen? Begreifen Sie, daß dies das einzige ist, was
sie noch nicht erreicht haben ...